Bremm und Mabry holen Medaillen bei Leichtathletik-EM, Hunt gewinnt Gold

Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham haben Florian Bremm und Yemisi Mabry die ersten Medaillen für Deutschland gewonnen. Amy Hunt sicherte sich Gold über 100 Meter. Der erste Wettkampftag brachte mehrere bemerkenswerte Leistungen und Ergebnisse.
Bremm gewinnt Silber über 5000 Meter
Florian Bremm zeigte im Finale über 5000 Meter eine taktische Meisterleistung und gewann die Silbermedaille. Er beendete das Rennen in 13:15,60 Minuten und wurde nur von Jakob Ingebrigtsen übertroffen, der mit 13:15,29 Gold holte. Für Bremm ist diese Medaille der größte Erfolg seiner Karriere und die erste deutsche EM-Medaille über diese Distanz seit zehn Jahren.
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Nach dem Rennen zeigte sich Bremm emotional und feierte seinen Erfolg. Er beschrieb das Rennen als sehr physisch, mit viel Gedränge, betonte aber, dass er versucht habe, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ingebrigtsen, ein zweifacher Olympiasieger, hatte sich erst zu Jahresbeginn einer Achillessehnenoperation unterzogen und seit September 2025 keinen Wettkampf mehr bestritten.
Im Gespräch mit Journalisten reflektierte Bremm auch über die persönlichen Opfer, die der Profisport fordert. Er sprach darüber, wie viel er für den Sport getan hat und wie egoistisch der Profisport sein kann, da er viel von seiner Familie und Freunden fordert. Zwei seiner engsten Freunde waren in Birmingham dabei, und nach dem Rennen rannte er zur Tribüne, um mit ihnen zu feiern. Seine Familie und Freunde verfolgten das Rennen von zu Hause in Deutschland.
In den Wochen vor der EM trainierte Bremm, wie viele andere Mittelstreckenläufer, in St. Moritz auf 1800 Metern Höhe, um seine Ausdauer zu verbessern. Sein nächstes Ziel ist nun ein Urlaub, entweder ein Rennrad- oder Surfurlaub mit dem Wohnmobil.


Mabry holt Bronze im Kugelstoßen
Im Kugelstoßen der Frauen sicherte sich Yemisi Mabry die Bronzemedaille mit einer Weite von 19,50 Metern. Dies war die erste deutsche Medaille bei dieser EM. Die ersten beiden Plätze gingen an die Niederlande: Jessica Schilder gewann mit 20,73 Metern vor ihrer Landsfrau Jorinde van Klinken, die 19,64 Meter stieß. Mabry äußerte sich zufrieden über ihre hart erkämpfte Medaille, auch wenn sie zwischenzeitlich Schwierigkeiten mit ihrer Technik hatte.
Katharina Maisch erreichte im selben Finale mit 18,39 Metern den siebten Platz, während Nina Chioma Ndbusi mit 18,21 Metern Achte wurde. Für Mabry ist dies bereits die fünfte Medaille bei einer großen Meisterschaft. Sie startete mit einer positiven Einstellung ins Finale und setzte gleich im ersten Versuch eine Weite von 19,20 Metern, womit sie sich auf Platz drei positionierte. Im fünften Durchgang verbesserte sie sich auf 19,50 Meter und sicherte sich damit ihren Podiumsplatz.
Weitere Ergebnisse des ersten Wettkampftages
Im 100-Meter-Halbfinale der Frauen schied Gina Lückenkemper mit 11,28 Sekunden aus, ebenso wie ihre Teamkollegin Rebekka Haase mit 11,36 Sekunden. Lückenkempers Vorbereitung war durch einen Zeckenbiss beeinträchtigt. Sie zeigte sich dennoch zufrieden, da ein Startplatz bei der EM nicht selbstverständlich sei. Das Finale ohne deutsche Beteiligung gewann die Britin Amy Hunt in 11,00 Sekunden. Silber ging an Eva Svoboda aus Polen (11,02) vor Delphine Nkansa aus Belgien (11,06).
Über 3000 Meter Hürden der Frauen qualifizierten sich Gesa Krause und Lea Meyer souverän für das Finale, indem sie die Plätze eins und zwei in ihren Vorläufen belegten. Meyer lief 9:32,21 Minuten, Krause kam sechs Hundertstel hinter ihr ins Ziel. Auch Olivia Gürth erreichte als Vierte ihres Rennens (9:32,65) das Finale am Donnerstag.
Im Kugelstoßen der Männer gab es einen Doppelerfolg für Italien: Leonardo Fabbri gewann Gold mit 22,31 Metern, gefolgt von seinem Landsmann Zane Weit mit 21,12 Metern. Bronze ging an Wictor Petersson aus Schweden mit 20,97 Metern.
Im Vorlauf über 100 Meter Hürden der Frauen lief Rosina Schneider mit 12,75 Sekunden eine persönliche Bestzeit und die schnellste Zeit aller Athletinnen. Lia Flotow qualifizierte sich ebenfalls knapp als Fünfte ihres Vorlaufs in 12,95 Sekunden für das Halbfinale.
Die 4×400 Meter Mixed-Staffel gewann Norwegen in 3:09,62 Minuten, nachdem sie in einem spannenden Endspurt die lange führenden Niederländer überholten. Großbritannien belegte den zweiten Platz (3:10,47) vor den Niederlanden (3:10,77).
Über 800 Meter der Männer zog Alexander Stepanov als Dritter seines Laufs in 1:46,27 Minuten ins Halbfinale am Mittwoch ein. Der 21-Jährige äußerte sich zufrieden, sein Ziel erreicht zu haben, obwohl die Vorbereitung nicht perfekt verlief. Titelverteidiger Gabriel Tual aus Frankreich (1:46,33) schaffte es nur über die Zeitbesten-Regel ins Halbfinale.
Im Hammerwurf der Männer qualifizierten sich Merlin Hummel und Sören Klose für das Finale. Hummel erreichte mit 75,49 Metern als Zehnter der Gesamtwertung das Finale der besten Zwölf am Dienstag. Klose verbuchte 75,80 Meter und die achtbeste Weite. Die Qualifikationsweite von 78,00 Metern übertrafen nur Wolodimir Mysiyvcuk aus Tschechien (79,61) und Bence Halász aus Ungarn (79,58).
Der deutsche Weitsprung-Meister Simon Batz verletzte sich beim Einspringen am linken Oberschenkel und konnte nicht am Wettkampf teilnehmen. Auch der italienische Weltmeister Mattia Furlani verletzte sich in der Qualifikation am Bein. Miltiadis Tentoglu aus Griechenland (8,26) und Simon Ehammer aus der Schweiz (8,10) zeigten starke Leistungen. Die beste Weite erreichte Francesco Inzoli aus Italien mit 8,34 Metern.
Im Vorlauf über 400 Meter der Männer qualifizierte sich Torben Finke mit 45,79 Sekunden als achtschnellster Athlet für das Halbfinale am Dienstag. Vanessa Baldé verpasste den Einzug ins Halbfinale über 400 Meter Hürden knapp, sie lief in ihrem Vorlauf 56,52 Sekunden.
Source: sportschau.de