Birmingham: Leichtathletik-EM startet mit Medaillenhoffnungen und Vorrunden

Deutsche Athleten in den Vorrunden
Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham haben begonnen und versprechen eine Woche voller Entscheidungen. Vom 10. bis 16. August kämpfen Athleten um Medaillen und Bestleistungen im Alexander Stadium. Insgesamt 114 deutsche Athletinnen und Athleten treten gegen die europäische Konkurrenz an. Die ersten Tage waren bereits von spannenden Vorrunden geprägt, bei denen einige deutsche Starterinnen und Starter wichtige Erfahrungen sammelten oder sich für die nächste Runde qualifizierten.
Im 100-Meter-Lauf der Frauen verpasste Chelsea Kadiri (Sprintteam Wetzlar) das Halbfinale. Mit 11,47 Sekunden belegte die 21-Jährige den 18. Platz in den Vorläufen. Ihr Rennen fand bei Windstille statt, während andere Läufe von Rückenwind profitierten. Kadiri äußerte sich nach ihrem ersten großen Auftritt stolz, hier starten zu dürfen, und hofft, in Zukunft mit den Top-Athletinnen mithalten zu können. Der Sieg in ihrem Rennen ging an Rani Rosius aus Belgien mit 11,17 Sekunden, während Boglarka Takacs aus Ungarn mit 10,93 Sekunden die schnellste Vorlaufzeit erzielte.
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Auch im Halbfinale der 100 Meter der Frauen gab es keine deutsche Beteiligung im Finale. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Rebekka Haase (Sprintteam Wetzlar) schafften den Sprung nicht. Lückenkemper lief 11,28 Sekunden und belegte insgesamt den 15. Rang. Sie hatte in den Wochen vor der EM mit den Nachwirkungen eines Zeckenbisses zu kämpfen, was ihr Gleichgewichtssystem beeinträchtigt hatte. Rebekka Haase erreichte in ihrem Halbfinale 11,36 Sekunden. Beide Athletinnen blicken nun auf die Staffelrennen am Wochenende. Den Titel im 100-Meter-Finale sicherte sich Amy Hunt mit 11,00 Sekunden.
Erfolgreiche Hürdenläuferinnen und Medaillenhoffnungen
Erfreuliche Nachrichten gab es aus den Vorläufen über 100 Meter Hürden. Alle drei deutschen Hürdensprinterinnen qualifizierten sich für das Halbfinale. Rosina Schneider (TV Sulz) zeigte sich in Top-Form und lief im dritten Vorlauf mit 12,76 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit, die auch die beste Zeit aller drei Vorläufe war. Die 21-Jährige verbesserte ihre Bestzeit um eine Hundertstelsekunde. Lia Flotow (1. LAV Rostock) erreichte mit 12,95 Sekunden ebenfalls das Halbfinale und belegte in der Endabrechnung den neunten Platz. Die Deutsche Meisterin Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) war bereits vorab für das Halbfinale qualifiziert. Halbfinale und Finale in dieser Disziplin finden am Dienstagabend statt.
Im 400-Meter-Hürdenlauf verpasste Vanessa Baldé (Hamburger SV) den Einzug ins Halbfinale knapp. Die 23-Jährige belegte im zweiten Vorlauf mit 56,52 Sekunden den fünften Rang und ihr fehlten 18 Hundertstelsekunden zum Weiterkommen. Sie nahm jedoch wertvolle internationale Erfahrung mit. Die schnellste Zeit aller Vorläufe erzielte Lena Pressler aus Österreich mit 54,97 Sekunden. Eileen Demes (TV 1861 Neu-Isenburg) steigt als eine der zwölf Besten erst im Halbfinale in den Wettbewerb ein.
Die deutschen Athleten haben auch in anderen Disziplinen gute Aussichten. Im 3.000-Meter-Hindernislauf zogen Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) und Lea Meyer (VfL Löningen) souverän ins Finale ein. Sie liefen gemeinsam mit Flavie Renouard aus Frankreich an der Spitze und sicherten sich die ersten beiden Plätze in ihrem Vorlauf. Meyer erreichte 9:32,21 Minuten und Krause 9:32,27 Minuten, was die beiden besten Zeiten in der Qualifikation waren. Gesa Krause, die bereits zweimal EM-Gold gewonnen hat, kehrt nach einer Phase auf längeren Distanzen zurück zur Hindernisstrecke und hofft auf ihren ersten Titel als Mutter.
Weitere Medaillenhoffnungen ruhen auf Athleten wie Leo Neugebauer (26), dem Zehnkampf-Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner, der um seine erste EM-Medaille kämpft. Seine Entscheidung fällt am Mittwoch und Donnerstag. Malaika Mihambo (32), die bereits Gold bei Olympia, WM und EM gewann, sprang Mitte Juli in London 7,05 Meter und wird voraussichtlich einen Zweikampf um Gold mit Larissa Iapichino (Saisonbestleistung 7,12 Meter) austragen. Ihre Entscheidung ist für Sonntag geplant. Frederik Ruppert (29) stellte im Mai einen europäischen Rekord über 3.000 Meter Hindernis mit 7:57,80 Minuten auf. Seine Entscheidung ist ebenfalls für Sonntag angesetzt. Julian Weber (31) hat trotz gesundheitlicher Probleme in diesem Jahr die weiteste europäische Wurfweite von 87,04 Metern erzielt und seine Entscheidung ist für Samstag vorgesehen.
Der DLV-Sportboss Dr. Jörg Bügner äußerte sich zuversichtlich über das Team, das sowohl erfahrene Medaillengewinner als auch junge, vielversprechende Athleten umfasst. Er betonte den Anspruch, als Team geschlossen aufzutreten und in der Nationenwertung eine gute Rolle zu spielen. Die Übertragungen der Leichtathletik-EM erfolgen durch ARD, ZDF und Eurosport. Am heutigen Tag stehen ab 11:35 Uhr die Qualifikation im Kugelstoßen und der 100-Meter-Lauf der Frauen auf dem Programm, gefolgt vom Kugelstoß-Finale ab 20:00 Uhr und dem 100-Meter-Finale der Frauen ab 22:50 Uhr.
Ein Wermutstropfen ist die vorsorgliche Nichtnominierung von Sprinter Owen Ansah für die Staffeln aufgrund eines laufenden Nada-Verfahrens. Trotzdem sind die deutschen Athleten in vielen Disziplinen gut aufgestellt und hoffen auf eine erfolgreiche Europameisterschaft in Birmingham.
Die Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham laufen noch bis zum 16. August.
Source: leichtathletik.de