Monaco: Pogacar übernimmt bei Vuelta-Auftakt Rotes Trikot

Vuelta: Pogacar stürmt ins Rote Trikot

Tadej Pogacar hat zum Auftakt der Vuelta a España in seiner Wahlheimat Monaco das Rote Trikot des Gesamtführenden erobert. Der fünfmalige Tour-Sieger zeigte im Einzelzeitfahren am Samstag, dem 22. August 2026, eine beeindruckende Leistung und sicherte sich den Sieg auf dem 9,4 km langen Kurs. Pogacar benötigte für die Strecke, die an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Fürstentums vorbeiführte, lediglich 10:57 Minuten.

Der Slowene, der knapp einen Monat nach seinem Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt an den Start ging, verwies den britischen Spezialisten Ethan Hayter (Soudal Quick-Step) auf den zweiten Platz. Beide Fahrer waren zeitgleich, wobei Pogacar mit nur neun Hundertstel Vorsprung gewann. Dritter wurde Joshua Tarling (Netcompany Ineos), der einen Rückstand von vier Sekunden hatte. Tarling widmete seine Teilnahme seinem Bruder Finlay, der acht Tage zuvor bei einem Unfall während der Portugal-Rundfahrt ums Leben gekommen war.

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Pogacars Ambitionen und die Konkurrenz

Pogacar, der als großer Favorit auf den Gesamtsieg gehandelt wird, betonte vor dem Start die Härte des Rennens. Er erklärte, dass er seine Form in den ersten Etappen beobachten und smart fahren müsse, um sich für weitere Saisonziele zu schonen. Zu diesen Zielen gehören eine dritte Weltmeisterschaft in Folge, ein fünfter Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt und die Verteidigung seines Europameistertitels in Slowenien. Die Vuelta ist eines der wenigen großen Rennen, die Pogacar noch nicht gewonnen hat; 2019 belegte er bei seiner ersten Teilnahme den dritten Platz.

Die größte Gegenwehr wird von Fahrern wie dem österreichischen Giro-Zweiten Felix Gall (Decathlon-CMA CGM) und dem Dänen Mattias Skjelmose vom deutschen Rennstall Lidl-Trek erwartet. Skjelmose war als 40. mit einem Rückstand von 29 Sekunden der Pogacar am nächsten platzierte Fahrer aus diesem Duo. Gall, der sich beim Giro d’Italia nur Jonas Vingegaard geschlagen geben musste, strebt in Spanien ebenfalls einen Podestplatz an. Er gewann zur Vorbereitung die Burgos-Rundfahrt. Gall äußerte sich jedoch skeptisch bezüglich seiner Chancen, Pogacar zu schlagen, und rechnet nicht damit, ihn besiegen zu können.

Tadej Pogacar gewinnt das Einzelzeitfahren der Spanien-Rundfahrt
Tadej Pogacar gewinnt das Einzelzeitfahren der Spanien-Rundfahrt Credit: sportschau.de

Ein Fragezeichen steht hinter der Form von Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe). Der viermalige Gesamtsieger, der in der Vorbereitung von einem Auto angefahren wurde, belegte den 24. Platz mit einem Rückstand von 22 Sekunden. Roglic spielte seine Ambitionen auf die Gesamtwertung herunter und erklärte, dass das Anziehen von Socken in den letzten Wochen die größte Herausforderung für ihn gewesen sei. Sollte er jedoch in Topform sein, könnte er einer der wenigen Fahrer sein, die Pogacar Schwierigkeiten bereiten könnten.

Weitere Konkurrenten, die um die Plätze hinter Pogacar kämpfen könnten, sind Richard Carapaz (EF Education – EasyPost), der bei der Tour das Bergtrikot gewann, Oscar Onley (Netcompany – Ineos), der Zweiter bei der Burgos-Rundfahrt wurde, und Enric Mas (Movistar), der bei seinem Heimrennen bereits viermal auf dem Podium stand. Auch der ehemalige Gesamtsieger Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike) wird genannt, der in seinem Team Freiheiten erhalten soll, anstatt als Berghelfer zu agieren.

Herausfordernde Etappen und Übertragung

Die diesjährige Vuelta gilt als eine der härtesten in der Geschichte des Rennens. Sie umfasst insgesamt sechs Hochgebirgsetappen, sieben Bergankünfte und rund 58.000 Höhenmeter. Titelverteidiger Jonas Vingegaard ist in diesem Jahr nicht dabei, da er sich von einem Schlüsselbeinbruch erholt. Er hatte die chaotische Ausgabe im vergangenen Jahr gewonnen, die aufgrund heftiger Proteste zu einem vorzeitigen Abbruch der letzten Etappe geführt hatte.

Die 2. Etappe am Sonntag führt über hügelige 214,3 km von Monaco ins französische Manosque. Die gesamte 91. Spanien-Rundfahrt wird live im Free-TV auf Eurosport übertragen. Als Experten fungieren Jens Voigt und Robert Bengsch, während Karsten Migels kommentiert und Birgit Hasselbusch Features beisteuert. Zusätzlich sind die Rennen über die kostenpflichtigen Streamingdienste HBO Max und discovery+ sowie über DAZN und im Free-Stream auf Joyn zu sehen.

Tadej Pogacar peilt seinen ersten Vuelta-Sieg an
Tadej Pogacar peilt seinen ersten Vuelta-Sieg an Credit: sport.de

Pogacar hat die Vuelta seit 2019 ausgelassen, um sich auf die Tour de France zu konzentrieren, die er 2020, 2021, 2024, 2025 und 2026 gewann. Den Gesamtsieg beim Giro d’Italia holte er bei seiner einzigen Teilnahme im Jahr 2025. Bislang haben erst acht Radfahrer alle drei großen Rundfahrten mindestens einmal gewonnen. Am 22. August begann die dritte Grand Tour des Jahres.

Source: sportschau.de

Sarah Krüger ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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