Birmingham: Julian Weber gewinnt EM-Gold im Speerwurf, Nick Thumm holt Silber

Deutscher Doppelsieg im Speerwurf
Julian Weber hat bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham seinen zweiten EM-Goldtitel im Speerwurf gewonnen. In einem spannenden Wettbewerb sicherte er sich die Goldmedaille mit einem Wurf von 90,40 Meter im letzten Versuch. Teamkollege Nick Thumm überraschte mit einer Silbermedaille und machte den deutschen Doppelerfolg perfekt. Bronze ging an Patriks Gailums aus Lettland.
Weber, der sich bereits 2022 EM-Gold sicherte, legte im ersten Versuch eine Weite von 83,71 Meter vor. Obwohl er sich nach einer starken Qualifikation mit 84,02 Meter mehr vorgenommen hatte, reichte diese Weite zunächst für die Führung. Im weiteren Verlauf des Wettkampfes konnte Weber jedoch nicht nachlegen, und die Konkurrenz schloss auf.
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Im fünften Versuch katapultierte sich Nick Thumm, der sich erst kurz zuvor für die EM qualifiziert hatte, mit 83,76 Meter von Platz vier an die Spitze. Damit übertraf er Webers bisherige Bestweite um fünf Zentimeter. Im letzten Durchgang war bereits klar, dass sowohl Gold als auch Silber an Deutschland gehen würden.
Für Julian Weber bedeutete der letzte Wurf auf 90,40 Meter nicht nur den Sieg, sondern auch einen neuen Meisterschaftsrekord. Nick Thumm, der in der Qualifikation eine persönliche Bestweite erzielt hatte und diese im Finale nochmals übertraf, konnte auf Webers Mega-Wurf nicht mehr kontern. Für den 21-Jährigen war es die erste EM-Teilnahme, die er mit einer Silbermedaille abschloss.
Herausforderungen und Erfolge von Julian Weber
Julian Weber hatte im laufenden Jahr mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, darunter Beschwerden an der Achillessehne und am Rücken. Diese Umstände schränkten sein Wurftraining erheblich ein. Um seinen Körper zu schonen, absolvierte er kaum volle Wurfeinheiten außerhalb von Wettkämpfen. Er gab an, seit der WM nur wenige Trainingseinheiten mit wenigen Würfen und nicht aus vollem Anlauf gehabt zu haben.
Trotz dieser Schwierigkeiten zeigte sich Weber bei der EM in Topform. Der Erfolg in Birmingham stellt auch eine kleine Revanche für frühere Enttäuschungen dar. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris belegte er den sechsten Platz, und bei der WM 2025 in Tokio, wo er als Goldfavorit galt, wurde er durch einen Infekt geschwächt und erreichte den fünften Platz. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sowie den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 wurde Weber jeweils Vierter.
Der 31-jährige Mainzer, der erst Mitte Juli in die Saison eingestiegen war, hatte zuvor beim Meeting in Luzern eine europäische Jahresbestleistung von 87,04 Meter erzielt. In der Qualifikation zur aktuellen EM sicherte er sich mit seinem ersten Versuch den Einzug ins Finale, was ihm half, wertvolle Kräfte zu sparen.
Weitere deutsche Erfolge in Birmingham
Neben dem Speerwurf-Doppelsieg gab es weitere Medaillen für Deutschland. Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Männer gewann Silber. Das Quartett, bestehend aus Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah, sprintete im Alexander Stadium in 38,64 Sekunden auf den zweiten Platz. Die Briten sicherten sich den Sieg in 38,45 Sekunden, während Belgien in 38,70 Sekunden Dritter wurde. Zwei Jahre zuvor hatte die DLV-Staffel bei der EM Bronze gewonnen.
Im Siebenkampf erreichte Sophie Weißenberg den fünften Platz mit 6.496 Punkten. Nach einem Achillessehnenriss bei den Olympischen Spielen in Paris vor zwei Jahren feierte sie damit ihre Rückkehr in die internationale Spitze. Die Irin Kate O’Connor gewann den Siebenkampf mit einem Landesrekord von 6.751 Punkten. Die weiteren deutschen Siebenkämpferinnen Vanessa Grimm und Sandrina Sprengel belegten die Plätze 14 und 15.
Im Hochsprung der Frauen erreichte Christina Honsel den vierten Platz, nachdem sie 1,92 Meter überwand. Der Sieg ging an Yaroslava Mahuchikh aus der Ukraine, die 1,97 Meter sprang. Im 1.500-Meter-Lauf der Männer belegte Robert Farken den neunten Platz in 3:39,43 Minuten, während der Niederländer Stefan Nillessen überraschend den Titel gewann.
Die deutschen Speerwerfer und Sprinter feierten ihre Medaillen gemeinsam am Samstagabend in Birmingham.
Source: bild.de