Frankfurter Hammerwerfer Hummel holt Silber bei Leichtathletik-EM

Leichtathletik-EM: Merlin Hummel holt Silber im Hammerwurf - BILD

Hummel sichert sich Silbermedaille

Merlin Hummel, der Vizeweltmeister im Hammerwurf, hat bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Birmingham eine Silbermedaille gewonnen. Dieser Erfolg markiert seine zweite Silbermedaille in Folge bei großen Meisterschaften, nachdem er bereits im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft Silber holte. Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) war dies die dritte Medaille bei den aktuellen Titelkämpfen in England.

Im Finale am Dienstagabend zeigte Hummel eine beeindruckende Leistung. Sein vorletzter Versuch erreichte eine Weite von 81,30 Meter, womit er sich den zweiten Platz sicherte. Lediglich der Ungar Bence Halasz übertraf diese Weite mit 84,25 Metern, was für ihn einen nationalen Rekord und eine Weltjahresbestleistung darstellte. Halasz hatte bereits im fünften Durchgang mit einer starken Leistung gekontert, nachdem Hummel sich ihm genähert hatte. Die Bronzemedaille ging an den Ukrainer Mychajlo Kochan mit 79,49 Metern.

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Hummels Vereinskollege von Eintracht Frankfurt, Sören Klose, belegte im Finale den sechsten Platz mit einer Weite von 78,13 Metern. Hummel ist der erste deutsche Hammerwerfer seit 20 Jahren, der eine EM-Medaille gewinnt. Zuvor hatte Markus Esser im Jahr 2006 in Göteborg Bronze geholt. Europameister in dieser Disziplin waren für Deutschland bisher nur Karl Hein im Jahr 1938 und Uwe Beyer im Jahr 1971.

Herausfordernder Wettkampfverlauf

Der Weg zur Silbermedaille war für Hummel nicht ohne Schwierigkeiten. Schon in der Qualifikation am Vortag hatte er zu kämpfen und überstand diese nur knapp. Mit 75,49 Metern und drei schwachen Versuchen belegte er lediglich den zehnten Platz in der Vorausscheidung. Er selbst räumte ein, dass es mental nicht gestimmt habe, erinnerte sich aber an ähnliche Situationen in der Vergangenheit, nach denen es dann gut lief.

Im Finale begann Hummel mit soliden 79,08 Metern und lag damit zunächst auf dem dritten Platz. Danach hatte er jedoch eine Phase, in der ihm keine weiteren guten Würfe gelangen. Zwei seiner Würfe landeten im Netz, und auch der vierte Versuch mit 75,97 Metern misslang. Zwischenzeitlich verließ er sogar das Stadion, um sich zu sammeln und mit Trockenübungen seine Technik wiederzufinden. Seine Trainerin Kathrin Klaas bemerkte, dass er nach dem guten Start zu viel mit Gewalt versucht habe.

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten behielt Hummel seinen Optimismus. Er hatte stets den Gedanken im Kopf: „Ich schaffe das.“ Diese Einstellung half ihm, im vorletzten Versuch seine entscheidende Weite zu erzielen und sich die Silbermedaille zu sichern. Der Titelverteidiger Wojciech Nowicki, der zuvor dreimal in Folge EM-Gold gewonnen hatte, war bereits in der Qualifikation ausgeschieden. Auch der Franzose Yann Chaussinand, der als Europas Jahresbester angetreten war, schied nach drei Versuchen auf Platz neun aus.

Veränderungen und Zukunftsperspektiven

Nach seinem WM-Silber im vergangenen Jahr hat Merlin Hummel einige Veränderungen in seinem Umfeld vorgenommen. Er startet nun für Eintracht Frankfurt, wo er auch wohnt und trainiert. Seine neue Trainerin ist die ehemalige Hammerwerferin Kathrin Klaas. Hummel lobt Klaas für ihr technisches Feingefühl, ihre Lockerheit und Intelligenz, die es ihr ermöglichen, Dinge anders zu sehen und gut auf Verletzungen zu reagieren.

Hummel hat auch an seiner Technik gefeilt, um den Schwung gemächlicher anzugehen und in der Endphase mehr Raum für maximale Beschleunigung zu haben. Sein Ziel ist es, einen längeren Beschleunigungsweg zu haben, um das Gerät optimal zu beschleunigen. Er ist bekannt als Tüftler und hat sogar eine eigene App entwickelt, um seine Würfe zu visualisieren und auszuwerten. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) möchte er sich dem perfekten Wurf nähern.

Sein persönliches Ziel sind 85 Meter. Er hat erkannt, dass er die Schritte dorthin immer mehr selbst in die Hand nehmen und noch mehr Details berücksichtigen muss. Im vergangenen Jahr war er der erste Deutsche seit 18 Jahren, dem ein Wurf über 80 Meter gelang. Seine persönliche Bestleistung liegt bei 82,77 Metern. Die Trainingsgruppe der LG Eintracht Frankfurt, zu der neben Hummel auch sein Bruder Matti, Sören Klose sowie die Hammerwerferinnen Aileen Kuhn und Samantha Borutta gehören, trägt zu seinem Wohlbefinden und seiner Entwicklung bei. Hummel spürt die Erwartungshaltung als Vizeweltmeister, möchte aber locker bleiben und genießt die Vorteile, die dieser Titel mit sich bringt. Am Dienstagabend fand das Finale der Leichtathletik-EM statt.

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Merlin Hummel gewann EM-Silber.(Foto:picture alliance/dpa Credit: n-tv.de

Source: bild.de

Sarah Krüger ist Sportredakteurin und berichtet über Fußball, Sport und aktuelle Ereignisse.

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