Leichtathletik-EM: Agyekum holt Silber, Fischer-Breiholz enttäuscht

Leichtathletik-EM: Emil Agyekum gewinnt Silber über 400 Meter Hürden - BILD

Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham hat Emil Agyekum (27) die Silbermedaille über die 400 Meter Hürden gewonnen. Er musste sich lediglich dem norwegischen Weltrekordhalter Karsten Warholm (30) geschlagen geben. Owe Fischer-Breiholz (22), der zweite deutsche Starter und U23-Europameister, erreichte den fünften Platz.

Nach dem Rennen feierte Agyekum seine erste große Medaille. Er äußerte sich entspannt über seinen Lauf: „Ich bin heute sehr entspannt ins Rennen reingegangen. Bei so einer EM werden die Karten neu gemischt. Ich hatte den Fokus und wusste, was ich drauf hatte. Ich bin einfach gelaufen und habe nicht viel nachgedacht. Das jetzt ist die Belohnung für die harte Arbeit, die ich schon mein ganzes Leben in den Sport reingesteckt habe.“

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Agyekums Leistung bestätigt seine gute Form. Bereits Mitte Juli hatte er beim Diamond-League-Meeting in London den 44 Jahre alten deutschen Rekord über 400 Meter Hürden gebrochen. Dort unterbot er in 47,45 Sekunden die Bestmarke von Harald Schmid aus dem September 1982 um drei Hundertstelsekunden. Mit diesem Erfolg löste er Schmid nach 48 Jahren als Inhaber des deutschen Rekords ab.

Fischer-Breiholz zeigt sich enttäuscht

Für Owe Fischer-Breiholz war das Rennen von großer Enttäuschung geprägt. Nach dem Zieleinlauf zeigte er sich sichtlich frustriert und schlug mit den Fäusten auf den Boden. Im Interview nach dem Rennen äußerte er seinen Ärger: „Ich habe noch nie so eine Enttäuschung verspürt. Ich war so bereit, alles zu geben. Ich habe das aber einfach nicht geschafft, ich weiß nicht warum.“

Ihm fehlten zu einer Bronzemedaille. Fischer-Breiholz sprach von einem „dummen Fehler“, da er das ganze Rennen mit der „anderen Seite“ gelaufen sei. Er betonte, dass ihm auf der letzten Geraden die Kraft ausgegangen sei und er nicht verstehen könne, wie er so wenig mitspielen konnte.

Der U23-Europameister zeigte sich selbstkritisch: „Ich kenne ja mein Potenzial. Ich weiß genau, was ich kann. Das habe ich nicht einmal gezeigt diese Saison.“ Er fügte hinzu, dass er in der Lage sei, in der 47er-Zeit zu laufen, es aber nicht schaffe, dies im Wettkampf umzusetzen. Sein Ärger war auch deshalb groß, weil er eine Medaille für möglich gehalten hatte.

BIRMINGHAM-GREAT-BRITAIN-AUGUST-14-2026-Second-place-for-Emil-AGYEKUM-GER-Germany-over-400m-hurdles-and-frustrated-Owe-FISCHER-BREIHOLZ-GER-Germany-during-the-European-Athletics-Championships-at-Alexander-Stadium-on-August-14-2026-in-Birmingham-Great-Britain
Emil Agyekum nahm Owe Fischer-Breiholz nach dem Rennen in den Arm.(Foto:IMAGO/Beautiful Sports International) Credit: n-tv.de

Warholm dominiert das Feld

Karsten Warholm dominierte das Rennen von Beginn an und war für die Konkurrenz nicht zu schlagen. Sein Weltrekord liegt bei 45,94 Sekunden. Warholm, der bereits mit der Mixed-Staffel der Norweger über 4×400 m triumphiert hatte, sicherte sich seinen vierten EM-Titel in Folge über die Hürdenrunde. Damit übertraf er die Leistung von Harald Schmid, der von 1978 bis 1986 dreimal in Folge triumphiert hatte.

Agyekum hatte nach dem Halbfinale noch erklärt, dass sie nicht nur Warholm hinterherlaufen wollten. Letztlich war der Tokio-Olympiasieger jedoch eine Klasse für sich, und Silber war für Agyekum der maximal mögliche Erfolg in diesem Rennen.

Agyekum wechselte in die Trainingsgruppe von Fischer-Breiholz, und die beiden Athleten unterstützen sich gegenseitig. Bei dieser Europameisterschaft reichte es jedoch nur für einen von ihnen zu einer Medaille.

Volker Beck, ein ehemaliger Trainer von Agyekum, beschrieb ihn einmal als „Wettkampftyp und Gefühlsmensch“. Beck war 1980 Olympiasieger für die DDR und ein Konkurrent von Schmid.

Source: bild.de

David Zimmermann ist Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball, Bundesliga und internationale Wettbewerbe.

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